Mai 2019 - Oise und Seine - Scylla Swiss Ruby

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Samstag, 11.05.19
Sonntag, 12.05.19
Montag, 13.05.19
Dienstag, 14.05.19
Mittwoch, 15.05.19
Donnerstag, 16.05.19
Freitag, 17.05.19
Samstag, 18.05.19



 
Une croisière merveilleuse

Mit der Swiss Ruby hatten wir bewusst ein etwas kleineres Schiff gewählt. Sie hatte nur zwei statt der üblichen drei Kabinendecks, und wir hofften so das Sonnendeck besser nutzen zu können. Es war dann auch so, nur zweimal mussten wir für einige Minuten hinunter, während wir unter besonders niedrigen Brücken durchfuhren. Sonst konnten wir immer auf dem Deck sein und die Aussicht geniessen. Zum Glück für uns war die Reise nicht ausgebucht, mit knapp fünfzig Gästen war die Ruby nur halb voll; alle hatten viel Platz und man kam ohne Gedränge aneinander vorbei.

Auf unseren letzten Fahrten hatten wir festgestellt, dass der Kapitän viel zum Erfolg einer Reise beiträgt. Er führt nicht nur das Schiff, sondern die Mannschaft und beeinflusst die Stimmung an Bord. Umso freudiger erkannten wir deshalb schon beim Einschiffen "unseren" Kapitän Alain Jolly, den wir auf der Excellence Rhône kennen- und schätzen gelernt hatten. Beste Aussichten für eine wunderschöne Reise!

Die Ruby war nicht neu, aber sehr gut gepflegt, im passenden Stil eingerichtet mit viel Holz, Messing und angenehmer Beleuchtung. Die Panorama-Bar im Bug und die Lounge - Fauteuils und Sofas mit den üblichen bequemen Polstern ausgestattet - boten einen angenehmen Aufenthalt. Das Restaurant, wo wir uns gleich zu Anfang einen Tisch reservieren konnten, lag auf guter Höhe um aufs Wasser zu schauen, mit dem Buffet in der Mitte wie üblich. In den Kabinen hatten wir genug Platz, um alles zu verstauen, und die Betten waren bequem. Die üblichen Wasserflaschen standen bereit, waren aber leer - der Reiseleiter erklärte, das wir diese ohne Bedenken mit Hahnenwasser füllen konnten. Leichtes Erstaunen, dies war nicht üblich; ein Schiffswassertank sollte zwar sauber sein, aber trotzdem. Mindestens in diesem Fahrgebiet war es aber tatsächlich kein Problem, wir konnten das Wasser trinken und es roch nicht mal nach Chlor. Ausser nach dem letzten Bunkern in Paris, da hatte es den typischen Javelgeschmack, vielleicht weil wir grad oberhalb vom Quai Javel lagen...

Der Eingangsbereich und die Récéption waren etwas kleiner, aber die Treppe praktisch angeordnet. Vor dem Restaurant in der Bordboutique kauften wir diesmal einige Souvenirs, Schals à la Van Gogh und Ruby-Schlüsselanhänger und so. Ich hatte gehört, dass die Ruby aus dem Programm gestrichen werden sollte, was ich sehr schade fand und so wollte ich mindestens ein Andenken. Es wäre aber wirklich sehr schade!
  Meistens hielten wir uns auf dem Sonnendeck auf, wo wir immer einen freien Tisch fanden. Der Sonnenschutz auf der Ruby war stabil gebaut aus einem dicken Rohrgestell und fester Blache drüber. Dies bot besseren Schutz als auf anderen Schiffen gegen die Sonne, aber auch gegen Regen. Der Service auch auf dem Sonnendeck war immer tiptop, die Bedienung freundlich und effizient. Capitaine Jolly, der neben Passagierschiffen auch Frachter fuhr, zeigte sich immer freundlich und gelassen und war gerne zu einem Schwätzchen bereit. Fast unmerklich behielt er aber immer das Schiff und die Crew im Auge. Auch Frédéric, der zweite Kapitän, war immer freundlich und schien kompetent. Die Männer der Crew wussten immer, was zu tun war, und hatten anscheinend Freude an der Arbeit. Kein Vergleich mit Pat und Patachon!

Unsere Fahrt führte von Compiègne auf der Oise via Conflans-Sainte Honorine auf die Seine, zuerst ein Stück Richtung Meer bis Vernon, dann via Paris und die Haute-Seine nach Saint-Mammès. Am Schluss ging es zurück nach Paris, latürnich ;-)
Die Oise war ein schöner Fluss in einer schönen grünen Landschaft, friedlich und französisch mit sehr schönen Schleusen. Conflans zeigte sich wie erwartet als Binnenschiffer-Mekka, mit unglaublich vielen unterschiedlichsten Schiffen, festgemacht, im Trockenschwimmdock, im Bau in der Werft oder in Fahrt. An der Mündung in die Seine gab es eine Art Birsköpfli und weiter oben legten wir mit der Nase praktisch im hübschen Port de Plaisance an.
Auf der Seine flussabwärts von Paris hatte es etwas Verkehr, auch die üblichen Kreuzfahrer, welche zu gross für unsere Strecke waren. Die Seine war hier schon breiter und die Landschaft mehr überbaut.
Paris selbst war einzigartig in allem - massenweise Schiffe und noch viel mehr Autos, wunderschöne Brücken und überall Baustellen, ein Alternat zwischen Pont au Change und Pont Sully und an jeder Kreuzung Stau, und eine Notre Dame ohne Dach.
Von Paris bis Saint-Mammès passierten wir die bekannten Quais de Bercy und Charenton, danach kam die schöne grüne Landschaft der Haute-Seine mit kleinen Städtchen und hübschen Villen.
In Saint-Mammès gab es nicht mehr soviel Binnenschifffahrt wie einst, trotzdem lagen viele Pénichen am Kanal du Loing, und der Anleger für die Ruby und Plaisanciers sehr schön gemacht. Sogar eine Tankstelle auch für kleine Boote gab es da.

Diese Reise war sehr schön und wir genossen jeden Tag, obwohl das Wetter ziemlich kalt war. Die Gegend war mehrheitlich schön und interessant, das Schiff heimelig, Kapitän und Crew hervorragend und die Atmosphäre mehr französisch als auf dem Rhein.
 

Datum   Ort Fahrzeit Kilometer Schleusen
Samstag 11.05.19   Compiègne 0.0 0.0 0
Sonntag 12.05.19   Pont-Sainte-Maxence 0.0 0.0 0
Montag 13.05.19   Mantes-la-Jolie 0.0 0.0 0
Dienstag 14.05.19   Vernon 0.0 0.0 0
Mittwoch 15.05.19   Paris - Melun 0.0 0.0 0
Donnerstag 16.05.19   Saint Mammès - Melun 0.0 0.0 0
Freitag 17.05.19   Paris 0.0 0.0 0
Samstag 18.05.19   zu Hause 0.0 0.0 0
    Total 0.0 0.0 0
 

Fahrstrecke



Übersicht