Juli 2018 - Saar Mosel Rhein - Scylla Edelweiss

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Sonntag, 01.07.18
Montag, 02.07.18
Dienstag, 03.07.18
Mittwoch, 04.07.18
Donnerstag, 05.07.18
Freitag, 06.07.18
Samstag, 07.07.18
Sonntag, 08.07.18
Montag, 09.07.18



 
Amüsante Kreuzfahrt

Das Schiff

Die Edelweiss war ein schönes, ziemlich neues Kreuzfahrtschiff von 110 m Länge, betrieben von der Reederei Scylla. Meine Eltern kannten die Edelweiss bereits und hatten gute Erfahrungen gemacht. Das Schiff wurde 2013 gebaut, war also erst fünf Jahre alt, und gut gepflegt.
Die Kabinen waren gross genug, mit Stauraum und schönem Badezimmer. Mit der Dusche hatte ich zuerst ein Problem, die Brause hatte zuwenig Druck. Eine Nachfrage bei der Rezeption ergab, dass man den Regler noch weiterdrehen musste, über den ersten Stop hinaus, und das funktionierte dann auch.

Das Restaurent, die Lounge und Bar waren schön und bequem eingerichtet und der Service sehr gut. Im Bug ausserhalb der Bar konnten sich nur wenige Leute aufhalten, aber uns gefiel der Platz. Auch das Sonnendeck war eigentlich schön, gross genug für alle Passagiere und mit Sonnensegeln ausgestattet. Am Heck gab es noch eine Bar, sogar mit einer schönen Terrasse; leider konnten wir uns dort nicht aufhalten, die Abgase vom Motor waren zu stark. Eine Fehlkonstruktion?

Wegen der Brücken war das Sonnendeck aber leider meistens geschlossen, zuerst nur während der Fahrt, aber später auch abends oder während längerer Strecken ohne Brücke. Besonders nach dem Kapitänsdinner war das mühsam; die Gäste standen sich in dem kleinen, nicht abgesperrten Bereich auf den Füssen herum, um ein bisschen Luft zu schnappen. Auf Insistieren erklärte der - eigentlich pensionierte - zweite Kapitän, seine Crew habe auch Feierabend verdient und könne jetzt nicht mehr das Sonnendeck öffnen. Meiner Meinung nach sollte er Frachter fahren, da kann die Ladung nicht reklamieren.

Wir bemerkten auch, dass offensichtlich der Service auf dem Sonnendeck nicht gerne angeboten wurde. Es musste jeweils ein Gast zuerst eine Bestellung in der Bar aufgeben, und wenn der Kellner dann mit dem Tablett auf dem Sonnendeck auftauchte, wurde er mit weiteren Bestellungen "belästigt". Die Kellner selbst waren sehr freundlich und effizient, vor allem von Seno wurden wir immer tiptop bedient und bekamen sogar unseren Waggis. Auch Dwija Putra und Mercedezs waren immer freundlich und aufmerksam.
Auch das Essen war immer gut und viel. Die Edelweiss bot zur Wahl einen "Light Lunch" mit Buffet anstelle des bedienten Mittagessens, dies nutzten wir häufig. Man ass sonst einfach zuviel auf so einem Schiff.

Es stimmte aber nicht ganz alles auf der Edelweiss. Nebst dem zweiten Kapitän gab es einen Kellner, der zu aufdringlich war und mit ständigem "Wodka Wodka" anscheinend versuchte, Bestellungen zu bekommen. Er fiel auch sonst unangenehm auf, einer Passagierin die am Fotografieren war, hielt er von hinten die Hand vors Objektiv. Ich hätte ihm wohl die Kamera ins Gesicht gehauen... Wir jedenfalls mieden ihn und am letzten Tag wurde er nicht mehr in Kellner-Uniform, sondern in der Hausdienst-Kleidung gesehen.

Auch die Schiffscrew machte einen gemischten Eindruck auf uns. Zwei der Matrosen liefen meistens unmotiviert am Ufer herum und schleppten Leinen oder Wurfleinen hinter sich her, sie wirkten wie Pat und Patachon.
  Die Reise

Wir buchten die Fahrt von Saarbrücken nach Basel, sodass wir am Ende mit dem Tram heimfahren konnten; wir wollten eine mühsame Busfahrt nach Hause vermeiden. Die Anfahrt nach Saarbrücken mit dem Bus dauerte nicht so lange, wir waren aber alle froh, als wir in Saarlouis aussteigen konnten. Ja, auch diesmal wurde die gebuchte Route in letzter Minute geändert; wegen Bauarbeiten an einer Brücke konnte die Edelweiss nicht bis Saarbrücken fahren. Ich glaubte nicht, dass diese Bauarbeiten so kurzfristig kamen, wie Thurgau Travel uns mitteilte, aber beweisen konnten wir das ja nicht. Dafür bekamen wir ein- oder zweimal Getränke spendiert.

Am ersten Tag fuhr das Schiff dann also gar nicht, aber die Ausflüge nach Saarbrücken, Saarlouis und zur Völklinger Hütte fanden trotzdem statt. Wir hatten diesmal gar keinen Ausflug gebucht. Die Orte, die uns interessierten, wurden besichtigt während das Schiff fuhr - man musste also wählen zwischen Schifffahrt und Ausflug. Das war etwas schade. Dafür war das Wetter meistens schön und teils sogar zu heiss.
Die Landschaft an der Saar und Mosel war grün, mit viel Natur und gefiehl uns sehr.

Bei den Schleusen gab es für uns neue, interessante Konstruktionen. Manchmal gab es neben den grossen Schleusenkammern noch kleinere Sportbootschleusen. Diese wäre für unsere üblichen Hausboote geeignet, allerdings gab es auch etwa zwei Meter breite Kammern, also verschiedenste Kombinationen von Schleusengrössen. Dazu gab es auf der Mosel eine Spezialität, die ich "Leinengreifer" nannte. Innen vor dem Schleusentor war noch eine Querleine angebracht - in deutscher Gründlichkeit wohl damit keiner das Tor durchfahren konnte (?) und diese Leine brauchte einen extra Kran-Arm zum Einhängen und wieder wegheben. Wir verstanden den Sinn dieses Dings nicht wirklich, aber es sorgte für Belustigung an Bord.

Die letzte Strecke auf dem Rhein sah anders aus, die Landschaft mehr verbaut, der Fluss viel grösser und von vielen Frachtern und Kreuzfahrern bevölkert. Die Wahrschau-Strecke mit der Loreley war wohl das, weswegen die meisten Passagiere diese Reise machten. Alle standen auf dem Sonnendeck und bestaunten die Felsen und Burgen, die ein sehr guter Kommentator ausführlich erklärte. Für uns war vor allem auch die Spezialregelung der Wahrschaustrecke mit den komplexen Signalen interessant. Auf diesem Teilstück wimmelte der Rhein förmlich von Touristenschiffen aller Art.
Leider fuhr die Edelweiss den letzten Reinabschnitt, mit den Schleusen, nachts.

Da der Zutritt zum Sonnendeck zu dieser Zeit verboten und die Bar geschlossen war, konnten wir die Fahrt nicht miterleben. Aus dem Kabinenfenster sah man zuwenig. Dies war eine grosse Enttäuschung. Leider wurden solche Details nicht im Angebot mitgeteilt.
 

Datum   Ort Fahrzeit Kilometer Schleusen
Sonntag 01.07.18   Saarlouis 0.0 0.0 0
Montag 02.07.18   Saarlouis 0.0 0.0 0
Dienstag 03.07.18   Mettlach 0.0 0.0 0
Mittwoch 04.07.18   Trier 0.0 0.0 0
Donnerstag 05.07.18   Bernkastel 0.0 0.0 0
Freitag 06.07.18   Zell - Cochem 0.0 0.0 0
Samstag 07.07.18   Koblenz - Rüdesheim 0.0 0.0 0
Sonntag 08.07.18   Strasbourg 0.0 0.0 0
Montag 09.07.18   Basel 0.0 0.0 0
    Total 0.0 0.0 0
 

 



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