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Samstag, 01.09.18
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Sonntag, 02.09.18
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Montag, 03.09.18
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Dienstag, 04.09.18
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Mittwoch, 05.09.18
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Donnerstag, 06.09.18
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Freitag, 07.09.18
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Samstag, 08.09.18
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Sonntag, 09.09.18
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Montag, 10.09.18
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Dienstag, 11.09.18
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Mittwoch, 12.09.18
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Donnerstag, 13.09.18
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Freitag, 14.09.18
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Mit der LaPéniche P auf der Saône
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Das Boot Wir fuhren schon oft auf Pénichettes, die Boote gefielen uns und der Service von Locaboat war meistens gut. Leider hat Locaboat die Produktion der Boote eingestellt und vermietet nun Yachten im Stil von Linssen. Glücklicherweise wurden die Formen für die Herstellung an die Récla-Werft in Digoin verkauft, welche zur Canalous-Gruppe gehört. So entstand eine neue Variante der Pénichette Terrasse, dieses Jahr erstmalig als Eigner-Version zur Vermietung angeboten. Der Name Pénichette darf nicht verwendet werden, das Boot heisst "LaPéniche P" - und wir wollten es unbedingt ausprobieren, da wir ja immer noch unser Traumboot suchten.
Die LaPéniche war fünfzehn Meter lang und viereinhalb breit, gleich wie die Escapade Impérial Fly, die wir im 2016 mieteten. Sie hatte etwas weniger Tiefgang und wesentlich weniger Höhe, dafür keine Flybridge. Mit dem elektrischen Schiebedach konnten wir aber trotzdem quasi "draussen fahren". Der Platz zum Wohnen war nicht ganz so gross, aber für uns zwei würde es gut ausreichen für die Saison oder auch das ganze Jahr über. Uns zum Navigieren dürfte es etwas handlicher sein, da aus GFK und nicht aus Stahl und somit wesentlich leichter.
So buchten wir also zwei Wochen auf der LaPéniche P in Pontailler und waren sehr gespannt. Schon beim Einschiffen bestätigte sich unsere Hoffnung: der Platz am Heck war durchgehend flach, super bequem zum Ein- und Ausladen, mit genug Platz für Kisten und Koffer. Auch innen war Platz genug, um alles zu verstauen. Das Boot war für zwei bis sieben Personen gebaut, mit einer grossen Eignerkabine, einer separaten Gästekabine für zwei, einem Auszugsofa im Salon und noch einem separaten Bett im Gang. Diese Einteilung war nützlich für die Vermietung, man konnte das Boot auch anders herstellen lassen. Im oberen Salon/Steuerstand befand sich die Küche, wobei eine zweite Spüle mit Stauraum beim unteren Salon existierte. Sogar zwei Kühlschränke waren an Bord; wir steckten den grösseren aus, weil überflüssig.
Die Küche war gut eingerichtet mit einem super Gasherd, sogar mit Geschirrwaschmaschine. Es waren nur etwas wenig Möbel in der Küche, aber mit soviel Platz könnte man problemlos einige Kommoden oder Buffets aus der Ikea reinstellen. Die zwei Badezimmer waren zweckmässig in der üblichen Mietbootgrösse, das dritte separate WC überflüssig für uns. Eine kleine Sensation bot die Dusche: grösser als zu Hause, mit zwei Glastüren, kleinem Lavabo drin und sogar so eine Regenwaldbrause.
Die Eignerkabine war gross genug, auch das Bett, nur an der Kante darüber stiessen wir uns öfter den Kopf an. Auch Stauraum gab es genug, für alles was wir dabei hatten (ein Auto voll mit Gepäck). Die Heizung war leider nur eine Warmluftheizung, nicht wirklich effizient. Zum Glück hatten wir schönes Sommerwetter...
Zum Navigieren war die LaPéniche ebensogut wie zum Wohnen. Der Steuerstand bot perfekte Sicht, selbst für meine Grösse. Die grosse Fensterfläche im Steuerstand sorgte für perfekte Rundumsicht, und die Isolierverglasung verhinderte das Anlaufen der Fenster. Es gab nicht nur einen Bugstrahler, sondern auch noch einen Heckstrahler (effektiv zwei davon). Dieses Boot konnte Pirouetten drehen!
Nach dem mühelosen Ablegen und Ausfahren aus dem Hafen versuchte der Käptn die ersten Wendemanöver. Die LaPéniche brauchte (mit Motor) etwas mehr Breite zum Drehen als unsere gewohnten kleineren Boote, aber mit den "Strahlern" waren enge Häfen kein Problem. Auch die Einfahrt in Schleusen oder Portes de Garde war nach etwas Angewöhnung ohne Bugstrahler sauber zu machen. An- und Ablegen seitwärts und rückwärts schreckten uns mit der LaPéniche nicht. Sie verhielt sich sehr handlich und "gmögig" und wir hatten nicht den Eindruck, auf einem so grossen Boot wie dem "Mississippi" zu sein. Man musste nur aufpassen beim Einschätzen von "Parklücken". Mehrmals schätzten wir Parklücken von vielleicht zwölf Metern als passend ein, suchten uns dann doch einen anderen Platz, um später vom Quai aus zu sehen, das hätte nie und nimmer gereicht. Nur auf den Wind reagierte die LaPéniche sensibel, sie war relativ leicht. Gegen einen bisschen stärkeren Seitenwind kam der Heckstrahler vor der Schleuse nicht an, wir mussten mit dem Motor dagegenhalten. Was aber kein Problem war, hinten Motor und vorne Bugstrahler war trotzdem Luxus ;-)
Der einzige wirkliche Nachteil waren die vorderen Fenster. Im Gegensatz zu den originalen Pénichettes waren sie senkrecht, und funktionierten deshalb als Spiegel. Sobald die Sonne hinter oder neben dem Boot auf dem Wasser (oder den geschlossenen Vorhängen) leuchtete, sah man dieses Spiegelbild im Fenster und nicht mehr nach vorne. Eine LaPéniche müsste für uns schräge Vorderfenster haben. Damit wäre sie für uns das perfekte Boot - wir hatten unser Traumschiff gefunden.
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Diese nötigen Änderungen - für Ganzjahresbewohner - hatten wir uns während der Reise notiert:
- Die Heizung muss Radiatoren haben, mindestens unten - Fenster vorne müssen schräg sein - Dusche kleiner, Türen nicht nach aussen öffnend (!) - Kante überm Bett muss abgepolstert werden - Badezimmer muss beim Schlafzimmer sein resp. vom Schlafzimmer zugänglich - Der vordere Teil (unten) braucht ebenfalls Isolation - Sonnenschutz/Sichtschutz vordere Fenster fehlt (keine Vorhänge vorhanden wegen Schiebedach) - Steckdosen im Badezimmer nötig - Treppe nach unten ist zu kurz und hat eine Stolperschwelle, Abgang soll mittig sein - Hybridantrieb für Kanäle wäre perfekt - Unterer Salon grösser, mit Oberlicht, WC nach hinten versetzen - Badeleiter nötig, schon zur Sicherheit - Bimini auf vorderer Terrasse nötig
Die Reise Nachdem wir einige Male die untere, "grosse" Saône befahren hatten, wollten wir wieder etwas "kleineres". Pontailler als Basis an der oberen Saône bot sich an, weil dort auch die neue LaPénicheP zur Vermietung angeboten wurde. So buchten wir zwei Wochen im September.
Anscheinend gehörten wir zu den "Profiteuren der Klimaerwärmung", jedenfalls war das Wetter fast durchwegs sommerlich schön und warm. Einen Tag lang war es bewölkt und Gewitter angekündigt, aber mehr als ein paar Tropfen bekamen wir nicht ab. Frühmorgens im Boot war es manchmal kalt, und die Heizung nicht wirklich hilfreich, vor allem weil man sie nachts nicht laufen lassen konnte. Man musste die Ventilatoren in den Kabinen dazu einschalten, und die machten einen Saulärm. Mit dem Sonnenschein wurde es aber bald warm im Boot.
Die Flussfahrt war gemütlich, in der ersten Woche hatte es noch sehr viele Mietboote. Wir schleusten deshalb oft gemeinsam mit anderen Booten. Aber mit einem 15 Meter-Schiff war das weniger problematisch. Die Verteilung der Poller in den Schleusen passte besser (und wir hatten eine Mittelklampe, juhu!) und es war offensichtlich, dass mit uns höchstens ein weiteres Boot reinpasste ;-) Die Juetla verhielt sich in den Schleusen anständig, Piroutten drehen konnte sie mit 25 cm Abstand auf jeder Seite sowieso nicht. Manchmal zog sie ein bisschen vor oder zurück, aber liess sich mit den Leinen gut halten.
Wegen der vielen Boote und weil so ein tolles neues Boot Strom braucht - selbst für die WCs - fuhren wir meistens früh ab, damit wir am Ziel noch einen Platz fanden. Am Nachmittag suchten wir dann ein Plätzchen im Schatten. Der Sonnenschirm drohte immer mit dem Wind davonzufliegen, bis wir ihn mit unseren Extraleinen festbanden. Ein Bimini auf der vorderen Terrasse wäre hilfreich...
Ursprünglich planten wir, bis nach Corre ans Ende der schiffbaren Saône zu fahren. Nach ein paar Tagen entschlossen wir uns aber, die bisher ignorierten Seitenarme zu erkunden. Bei Soing, Traves und Scey sur Saône konnten wir jeweils bis zum Wehr fahren, wo Anleger und nette Örtchen auf uns warteten. Speziell Soing hat uns gefallen, ein nettes altes Dorf, etwas verschlafen in der Sonne, mit sehr gutem Restaurant.
So drehten wir bei Scey wieder um und fuhren dafür noch etwas weiter runter, um in Auxonne einen schönen Tag zu verbringen. Die LaPéniche wurde in jedem Hafen angestaunt, die Leute - Mietböötler wie Eigner - fragten nach dem Modell und einige Male luden wir sogar zur Besichtigung ein. Bei der Dusche gab es jeweils überraschte Ausrufe ;-)
Die Reise war sehr schön, wir kehrten erholt zurück und - ganz wichtig - wir hatten endlich "unser" Boot gefunden. Chapeau Les Canalous!
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